Protagonisten

So urteilt ein Großteil der Bochumer Medienlandschaft:
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(Quelle: WAZ Bochum (Lokalteil), 28.09.2010)

Die Protagonisten werden vorgestellt:

Christian Püllenberg

Bild Christian PüllenbergBild: courtesy of Christian Ewers, photonen.eu

Diesen Künstler in Bochum vorzustellen hieße Kohlen nach Coventry zu tragen. Da aber der Besuch außerörtlicher Kulturinteressierter auf diesen Seiten (merke: WORLD WIDE web) nicht gänzlich auszuschließen ist, soll hier ein kurzer Abriß über das reichhaltige Schaffen des sympathischen kleinen Rumpelstilzchens gegeben werden:

Schon als junger Mensch begeisterte er seine Umwelt mit Jubelarien, die das Herz jedes Umlebenden in der Nachbarschaft wenn nicht höher, so doch schneller schlagen ließ. Aufgrund einer Zusammenkunft der lokalen Maklerinnung, die zu einer Krisensitzung ob der drastisch verfallenden Immobilienpreise in der Umgegend einberufen worden war, wurde ihm das Engagement in einer Gruppe Musizierender nahegelegt, deren Proberäume von der o.g. Innung freundlicherweise in einer lauschigen Gegend am äußersten Stadtrand nahe einer Müllverbrennungsanlage zur Verfügung gestellt wurden.

Nach einem Exkurs auf die grünste aller Inseln, wo er sich mit den Feinheiten der malzverarbeitenden Industrie vertraut machte, stand Herrn P. seine Bestimmung klar vor Augen: in fragwürdigen Etablissements sozialkontaktorientierter Prägung Menschen bespaßen.

Seit einiger Zeit tut er dies im Rahmen der zwei- bis vierköpfigen Combo „Small Change“.

Herr P. ist der Artistentruppe, die seine Heimatstadt bundesweit im Profifußball repräsentiert, in inniger Liebe zugetan.

Marcus Y. Straßmann

Bild Marcus Y. StraßmannBild: courtesy of Christian Ewers, photonen.eu
In der Biografie dieses bemerkenswerten Quizschaffenden gab es vielerlei Irrungen und Wirrungen. Davon zeugt nicht zuletzt der Initalbuchstabe, der seinem Vornamen folgt und mit den Einträgen in seinen offiziellen Papieren keinerlei Korrelation zeigt.

Nach so mancher fruchtvoller Tätigkeit als Speditionsschaffender, Würstchenbudenkonstrukteur, Sanitätsdienstleister und Bestandsaufnehmer verschlug es Herrn S. in die fraglos interessante und lebendige Yorkshire-Metropole Leeds, wo er sich erstens einen unerträglichen Akzent in der englischen Aussprache, zweitens außerdem einen umfassenden Einblick in das Wesen des dort verbreitetsten Brauchtums des Pubquiz aneignete. Dieses Wissen sollte sich für den weiteren Lebenslauf des aufstrebenden jungen Mannes noch als nützlich erweisen.

Kaum zurückgekehrt, kehrte er seiner Heimatscholle ein zweites Mal den Rücken, um sich im Odenwald dem Studium der dortigen Kleintierhaltung zu widmen. Nach mehrfachen erfolglosen Versuchen, dortselbst nach Einbruch der Dunkelheit eines Taxis zugängig zu werden, entschied er sich zur Rückkehr in die funkelnden Lichter der Großstadt, wo ihm derlei Unbill eher unwahrscheinlich dünkte; die Stadt Mannheim bestätigte ihn in dieser, allerdings auch nur in dieser Hinsicht.

Reumütig und der Erkenntnis endlich nachgebend, daß es zu Hause eben doch am besten sei, kam Herr S. rechtzeitig vor Einbruch des neuen Jahrtausends wieder ins Ruhrgebiet zurück, wo er seither verweilt.

Oben genannte Erkenntnis machte es zwingend erforderlich, daß auch Herr S. die als Profifußball feilgehaltenen Darbietungen des heimischen VfL mit allerhöchstem Interesse und oft stark strapazierter Zuneigung verfolgt.

bergmann fragt

puellenbergstrassmann01Bild: courtesy of Christian Ewers, photonen.eu

Im Spätherbst 2006 war es mal wieder soweit. Die Wege der beiden Vollchaoten kreuzten sich, nicht zum ersten Mal, in der hochgeschätzten kleinen Vorstadtgastronomie namens „Paddy’s Irish Pub“, und die Tagesordnung hatte die übliche, übersichtlich gehaltene Struktur:

  1. Begrüßung der Anwesenden
  2. Erwerb eines Kaltgetränks heimischer oder irischer Provenienz
  3. Verzehr desselben
  4. Zurück zu Punkt 2.

Irgendwann zwischen Punkt 2. und 4. kam es zu dem folgenschweren Gespräch, das zur Gründung des kleinen Kulturkombinats „bergmann fragt“ führte. Nach Rücksprache mit dem äußerst aufgeschlossenen Domestiken der Lokalität einigte man sich auf eine Premierenveranstaltung am Nikolaustag des gleichen Jahres, von deren Erfolg die Fortführung des ehrgeizigen Projekts abhängig gemacht werden sollte.

Da es weder vor oder während noch nach der fraglichen Veranstaltung zu größeren physischen oder psychischen Schäden bei welcher Art auch immer Beteiligten gekommen war, beschloß man bis zum Gegenbeweis, weitere Auftritte zu terminieren, wobei auf größtmögliche Konkurrenz mit dem bereits vorhandenen Freizeitangebot Wert gelegt werden sollte; so kam es zu dem Fixtermin des ersten Mittwochs jedes Monats, ein Tag, an dem sich auch gerne die internationale Kickerelite Europas die Sinnfrage im freien und auch kommerziellen Fernsehen stellt, so daß der Zuschauerzuspruch bei den verschiedensten Auftritten auch beim besten Willen nicht als „gleichbleibend auf hohem Niveau“ bezeichnet werden kann.

Solange die Unterhaltungsmafia dieser Republik sich also nicht dazu durchringen kann, die Darbietungen der Großmannsclubs von Turiner, Londoner und Madrider Prägung zugunsten der förderungswürdigen Bochumer Kleinkunstveranstaltungen zu verlegen, muß auch in diesem Falle um und mit der Quote gekämpft werden.